Nolde Museum

 

Am 13.07.2019 sind wir von Süderlügum nach Seebüll gefahren und haben uns dort die Wirkstätte vion dem Maler Emil Nolde besucht. 

 

Wohnhaus mit einem wunderschönen Garten und anschl. das Museum.

 

 

 

 

Das heutige Museum war früher das Wohn- und Atelierhaus Emil Noldes, das er 1927 selbst entworfen hat. Mit seinen gradlinigen Formen erinnert das Gebäude an die Bauhaus-Architektur der 1920er Jahre. Nolde hat den architektonischen Kontrast zu den reetgedeckten Friesenhöfen in der Umgebung ganz bewusst gewählt: Der Rotklinkerbau mit den schmalen Fenstern und dem flachen Dach steht auf einer Warft und erhebt sich selbstbewusst aus der flachen Landschaft. Die Wohnräume im Erdgeschoss sind noch original möbliert und teils einzusehen. Im ehemaligen Atelier Noldes, ebenfalls im Erdgeschoss, sind heute seine religiösen Bilder ausgestellt, wie das Hauptwerk, der neunteilige Zyklus „Das Leben Christi“ (1911/12). Direkt über dem Atelier liegt der Bildersaal, der 1937 aufgestockt wurde. Die ehemaligen Wohnräume im ersten Stock wurden zu Kabinetten umgebaut, in denen Noldes farbintensive Aquarelle und Druckgraphiken zu sehen sind.

 

 

 

 

63. Jahresausstellung 2019

 

 

EMIL NOLDE – „DIE MENSCHEN SIND MEINE BILDER“

 


Die 63. Jahresausstellung auf Seebüll widmet sich intensiv der Darstellung des Menschen in Emil Noldes Werk. Insgesamt rund 120 Werke, viele davon erstmal in der Öffentlichkeit zu sehen, geben im Wohn- und Atelierhaus Seebüll einen Einblick in das vielfältige Werk. Zu den Höhepunkten zählt die Schenkung eines Gemäldes aus dem Spätwerk: „Kleine Sonnenblumen“, 1946. Ein Kabinett mit 33 Stücken ist der Keramik des Malers gewidmet. Es ist die letzte Gelegenheit, das Haus im gegenwärtigen Zustand zu sehen. Für das Jahr 2020 bereitet die Nolde Stiftung Seebüll die denkmalgerechte Modernisierung und technische Ertüchtigung des Wohn- und Atelierhauses Seebüll vor.

 

In Emil Noldes umfangreichen Œuvre nehmen – neben den Werken mit Blumen, Landschaften und Meeren – Bilder mit Menschen und Figuren einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie finden sich über alle Gattungen hinweg in Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und der Druckgraphik, und dies von Anbeginn seines künstlerischen Schaffens an. Nolde selbst betont die Wichtigkeit dieses Werkkomplexes mehrfach in seinen Schriften und Briefen: „Die Menschen sind meine Bilder“, schreibt er in seiner Autobiographie.

 

Emil Nolde ist kein Bildnismaler im eigentlichen Sinn. Das rein Abbildhafte war ihm nicht wichtig. Die Bilder zeigen den Blick des Künstlers auf die dargestellten Menschen, sie offenbaren, wie er sie erlebt und vor allem empfindet. In seiner Darstellung dringt er hinter die Oberfläche und porträtiert ebenso den Charakter wie die Wesenseigenschaften seiner Modelle. Die Bilder erzählen von zwischenmenschlichen Begegnungen und familiären Erlebnissen, von der Spannung zwischen den Geschlechtern, insbesondere aber von Gefühlen wie Liebe, Begierde, Angst, Erstaunen, Neugier.

 

Noldes Figurenbilder verweisen auf die grundsätzlichen Gegebenheiten der menschlichen Existenz. In ihnen liegen die Wurzeln seines Schaffens, sie sind gesehene Natur, umgesetzt, verwandelt, teils geträumt, gesteigert, immer aber erlebbares, lebendiges Gegenüber. Wenn Nolde in seiner Autobiographie schreibt: „Die Menschen sind meine Bilder. Lachet, jubelt, weinet, oder seid glücklich, ihr seid meine Bilder, und der Klang Eurer Stimme, das Wesen Eurer Charaktere in aller Verschiedenheit, Ihr seid dem Maler Farben“, dann, so Dr. Christian Ring, Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, „stellt er uns Menschen in all unserer Verschiedenheit in das Zentrum seiner Kunst und zwar so, dass die Bilder bzw. die dargestellten Gefühle noch heute als Identifikationsangebot gelten können und wir uns darin wiederfinden. Ein schöneres Geschenk kann uns ein großartiger Künstler wie Emil Nolde nicht machen.“

 

Nolde-Garten

 

Wo  immer sich Emil und Ada Nolde niederließen, legten sie nach eigenen Vorstellungen einen Garten an. Als Nolde 1927 Seebüll kaufte, gab es um die leere Warft nur grünes Grasland. Um ein kleines Paradies erblühen zu lassen, vermischten Noldes den vorhandenen Kleisoden (entwässerter Schlick) mit Sand und Torf, um die Qualität des Bodens für das Wachstum der Blumen, Stauden, Sträucher und Obst- und Gemüsepflanzen zu verbessern. Ein Zaun aus Reet schützt die Pflanzen und Sträucher vor dem Westwind. Die Wege durch den Blumengarten zeichnen die Initialen des Paares, A und E, nach – verbunden durch eine Vogeltränke mit Wasserspiel. Von April bis Oktober blühen im Garten von Seebüll zahlreiche Staudenpflanzen: Schwertlilien, Rittersporn, Türkischer Mohn, Storchschnabel, Lupinen und viele andere.

 

Im Garten sitzend, malte Nolde virtuose Aquarelle von starker Leuchtkraft und großer Intensität. Seine Blumenbilder in Öl malte er dagegen meist in seinem Atelier.

 

Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an… die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie …“ (Emil Nolde)

 

 

 

Alle Texte: Nolde-Stiftung, Seebüll

 

 

 

 

 

Emil Nolde 

 

Maler 

 

Beschreibung

 

 

 

Emil Nolde war einer der führenden Maler des Expressionismus. Er ist einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nolde ist bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl. Er war, obwohl als „entarteter Künstler“ verfemt, Rassist, Antisemit und überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus. Wikipedia 

 

 

 

Geboren: 7. August 1867, Herzogtum Schleswig 

 

Gestorben: 13. April 1956, Neukirchen 

 

Epochen: Expressionismus, Moderne Kunst 

 

Vollständiger Name: Emil Hansen 

 

Ehepartnerin: Ada Vilstrup (verh. 1902–1946) 

 

 

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